Moin, Ich verspreche der Titel ergibt später noch Sinn. Diese Woche geht es mal wieder viel um AI, aber nicht nur: Wir reflektieren die Google I/O , Ferrari hat das erste elektrische Auto gezeigt, eine kleine Ente erinnert an Termine und am Ende geht es noch darum, warum inzwischen jeder Stil sofort einen Namen braucht. Also eigentlich ein ganz normaler wilder Mix. Viel Spaß beim Lesen Keynote der Woche: Google I/O
Die Google I/O ist Googles große jährliche Entwicklerkonferenz. Und die war letzte Woche mal wieder picke packe voll. Zum Glück bin ich am Wochenebde sehr viel Fahrrad gefahren und hatte Zeit das Gehörte zu reflektieren und überhaupt zu gucken, was überhaupt hängen geblieben ist Es wurden nämlich so viele neue Produkte gezeigt, sehr viele davon mit sehr ähnlichen Namen und dann sind viele davon noch gar nicht wirklich verfügbar. Und das, was verfügbar ist, ist Schrott. Aber dazu gleich mehr. Also, hier sind mit einer Woche Abstand die 4 Dinge, die bei mir hängen geblieben sind 1. Chaos und AI Slop Google baut AI inzwischen in wirklich alles ein. Suche, Shopping, Coding, Workspace, Android, Bilder, Video, Assistenten. Das ist strategisch vielleicht noch nachvollziehbar, wenn man sagt es geht primär um Marktdominanz. Aber die ganzen unterschiedlichen Produkte mit ihren komischen Namen und unterschiedlichsten Ausprägungen sind erstmal primär eins: überfordernd. Ob sich die Nutzung durch die x-te Prompt Box wirklich verbessert ist auch mal dahingestellt. Es wirkt auf mich eher wie ein klassisches "Ship the Org" als Produktentwicklung aus Nutzersicht. Vieles wurde übrigens auch nur für "diesen Sommer" angekündigt, nur weniges ist schon tatsächlich verfügbar, z.B. die mittlerweile vierte oder fünfte Health App von Google. Wirklich überzeugen kann die allerdings bislag noch nicht so richtig:
Quelle: https://x.com/Laz4rz/status/2059251576091312619/photo/2 2. Universal Shopping Cart Eine tatsächlich spannende Ankündigung war die Universal Shopping Cart. Die funktioniert so: Wenn du bei teilnehmenden Shops etwas in den Warenkorb legst, wird dieser Warenkorb in einen übergreifenden Google Warenkorb übertragen. In diesem Google Warenkorb können dann auch schon von anderen Shops Artikel drinnen liegen. Shopify hat zwar mit Shop schon etwas Ähnliches, aber bei Google ist es nochmal anders, weil Google eben oft schon der Ort ist, an dem der Kaufprozess startet und natürlich eine ganz andere Skalierung.
Aus E-Commerce-Sicht also ziemlich spannend und wahrscheinlich auch ziemlich unangenehm. Denn der Preiskampf war vorher schon extrem: Viele Shops sind jetzt schon vor allem Operations dominiert: Einkauf, Logistik, Performance Marketing, Retouren, Conversion Optimierungen bis zum geht nicht mehr und am Ende das alles für eine minimale Marge. Und jetzt kann es also passieren, dass man sich den Traffic teuer über Google eingekauft hat, nur damit im letzten Moment kurz vor Kauf der Warenkorb auch noch zur Google-Auktionsfläche wird. Denn: Auf diesen Universal Cart kann noch mal geboten werden (vermutlich als Ganzes, hier stehen die Details soweit ich weiß noch aus). Also aus Hose von Shop 1 und Shirt von Shop 2 wird jetzt plötzlich Hose und Shirt von Shop 3, aber 5% günstiger. Ob es am Ende tatsächlich eine wie von Google behauptete Win-Win-Win Situation ist, bei der User von niedrigeren Preisen, Shops von mehr Orders und Google von mehr Ad Revenue proftiert oder doch eigentlich nur Google gewinnt, wird sich zeigen. 3. Speed und Kosten Modelle werden gerade stärker auf Speed und Kosten getrimmt. Das macht Sinn, weil die Qualität in vielen Bereichen inzwischen oft gut genug ist. Texte, Bilder, Code, Recherche, alles nicht perfekt, aber brauchbar. Das Nervige ist oft eher das Warten. Eine gute Antwort nach 30 Sekunden fühlt sich im Arbeitsflow manchmal schlechter an als eine etwas schlechtere Antwort nach 3 Sekunden. Deshalb ist der Fokus auf Flash-Modelle und kurze Inferenzzeiten spannend. Google kann hier Modell, Infrastruktur, TPUs und eigene Produkte zusammendenken. AI wird damit nicht nur eine Frage von Qualität, sondern auch von Geschwindigkeit und Kosten. Wer schneller antwortet und dabei weniger Compute verbrennt, hat einen echten Vorteil. 4. Die heilige Suchleiste Woran man wirklich merkt wie wichtig das Ganze für Google ist: die heilige Suchleiste wurde grundlegend umgebaut und über Nacht zur AI-Suche. Das ist kurz- bis mittelfristig für Google erstmal extrem teuer, denn die Suche war auch nach Jahrzehnten noch die absolute Cash Cow. Die bisherige Suchanfrage war so extrem optimiert, dass sie fast nichts kostet (geschätzt: 0,2 cent) aber für viel Geld durch Anzeigen monetarisiert werden konnte (abhängig vom Suchbegriff, durchschnittlich geschätzt: 1,6 cent, also das 8-fache). Ein geniales System. Mit der AI Suche ist es jetzt genau andersherum: Die Anfrage kostet deutlich mehr, weil je nach Anfrage ein mehr oder weniger komplexes LLM im Hintergrund die Antwort generiert. Und gleichzeitig ist das Ergebnis noch nicht vermarktet. Google könnte hier also vielleicht sogar mit jeder Suche plötzlich Geld verlieren. Warum machen sie das trotzdem? Hauptsache Marktanteile gewinnen. Damit sich möglichst viele Menschen daran gewöhnen AI Anfragen direkt bei Google und nicht bei ChatGPT, Claude oder Perplexity (lol) abzuschicken. Das Ganze könnte aber auch gehörig nach hinten los gehen. Denn die Umsetzung ist grad ein einziger Witz: einzelne Wörter legen das System flach, die bekannten Fehler (z.b. Zeichen zählen) bleiben und nehmen jetzt Sucheinträgen (und Anzeigen!) den Platz weg, beliebte Knowledge-Graph-Funktionen fehlen...
Mal gucken, ob Google das schnell gefixt bekommt oder doch lieber schnell rückgänig macht. Wer profitiert von der Nummer? Andere Suchanbiete wie DuckDuckGo, deren Nutzung um 30% gestiegen ist. App der Woche: Quakpit
Apropos Duck: Wenn ihr wollt, dass euch eine kleine Ente im Flugzeug an den nächsten Termin erinnert, ladet euch Quakpit fürn Mac. Das Ganze funktioniert ganz privatsphäre-freundlich auch mit iCal-Links oder reinem Lesezugriff und gegen Aufpreis lassen sich sogar andere Tiere und Flugzeugmodelle wählen. Quak. Auto der Woche: Ferrari Luce
Ferrari hat den Luce vorgestellt, den ersten vollelektrischen Ferrari. Der wurde von LoveFrom designed, der Agentur vom ehemaligen Apple Chief Design Officer Jony Ive und Marc Newson. Vor einigen Monaten wurde schon isoliert das Interior vorgestellt, jetzt also das gesamte Fahrzeug. Das Spannende: Das Interior wurde zwar auch schon gemischt, aber doch überwiegend positiv im Internet bewertet (ich persöhnlich war sehr fasziniert). Das Exterior jetzt wird aber fast einheitlich zerrissen. 1. Wtf ist diese Farbe? Gerade weil bei diesem Auto so viel anders ist als bei anderen Ferarris, hätte ja vielleicht auch bewusst ein klassisches Ferarri Rot oder so gewählt. Und nicht ein Türkis das ans untere Preissegment erinnert. 2. Form Der Luce sieht so gar nicht wie ein Ferarri aus. Marc Newson sagt: die klassischen Ferraris sind so gestaltet, dass sie eine möglichst starke Bodenhaftung haben, d.h. flach und breit. Bei E-Autos wird aber vor allem auf Aeorodynamik geschaut, um Laufweite etc. zu optimieren. Das Ergebnis ist eine untypische Silouette. Ein anderer Grund könnte auch schlicht mangelndes Wissen und Skills seitens Ferarri sein, vor allem die Batterie so zu verteilen, dass sie nicht als ein großer Block in der Mitte sitzt und das gesamte Auto "staucht". Porsche hat es mit Taycan ja auch hinbekommen und andere Hersteller eh. 3. Fährt der auch? Was auffällt: Man sieht den Luce fast nie fahren. Das schon irgendwie komisch und für so ein Auto-Launch auch sehr ungewöhnlich. Wo sind die Amalfi Küste ausm Helikopter Shots???
Artikel der Woche: What aesthetic is this?Elizabeth Goodspeed hat für It’s Nice That schön herausgearbeiten, warum heute alles einen Namen bekommen muss: Frutiger Aero, Indie Sleaze, Corporate Memphis, Cottagecore und so weiter.
Natürlich war das schon immer so. Designgeschichte besteht auch aus Begriffen: Bauhaus, Art Deco, Dadaismus. Aber heute haben diese Namen noch eine andere Funktion. Sie machen Dinge auffindbar. Für Pinterest, TikTok, Algorithmen und natürlich für Prompts. Wenn ich den Namen kenne, reicht es wenn ich mich maximal oberflächlich mit einer Stilrichtung beschäftige und muss ihn nicht mal mehr richtig beschreiben können oder seine Hintergründe kennen. Und so wird immer früher versucht Stilen einen Namen zu geben, die gleichzeitig immer kürzer relevant bleiben. Tokens der Woche: AufgebrauchtEine letzte AI Meldung noch für diese Woche. Ich hatte es glaub ich schon mal hier geschrieben, aber AI wird perspektivisch immer teurer werden, weil die Unternehmen dahinter profitabel / profitabler werden wollen oder müssen (auch wenn der Betrieb, also die Inferenz immer effizienter und damit günstiger wird). Laut einem Business-Insider-Bericht hat Anthropic Anfang des Jahres die geschätzten Kosten für Claude Code deutlich angepasst. Vorher war die Rede von 6 Dollar pro aktivem Entwickler-Tag, jetzt sind es 13 Dollar. Bei 90 Prozent der Nutzer lag die Schätzung vorher unter 12 Dollar pro Tag, jetzt unter 30 Dollar. Das perfide dabei ist natürlich, dass sich das gar nicht so genau sagen lässt, weil man ja mit Tokens eine Zwischenebene eingeführt hat, um genau das zu verschleiern. Und jetzt passiert genau das, was eigentlich vorhersehbar war: Preisschock trifft auf Ernüchterung hinsichtlich Produktivät. So soll Uber laut CTO Praveen Neppalli Naga sein komplettes AI-Jahresbudget schon im April aufgebraucht haben. Im BI Interview sagt COO Andrew Macdonald jetzt: eine Erhöhung des Budgets sei schwer rechtzufertigen, weil es eben keinen klaren Link zwischen den Ausgaben und den Ergebnissen gibt. Übrigens hat selbst Microsoft eingeschränkt, wie viel Mitarbeitende für Tokens ausgeben dürfen. Und auch Duolingo hat seine AI Richtlinien überarbeitet, die vorgesehen hatten die Performance von Mitarbeitenden anhand der AI Nutzung (mehr gleich besser) zu bewerten. Letze Anmerkung dazu: Durch diese Preiserhöhung ist Anthropic übrigens ganz überraschend (vermutlich auch für sich selbst) profitabel geworden. Etwas, wovon der große Konkurrent OpenAI bislang nur träumen kann. Beim Wettrennen der beiden um den größeren Börsengang im Laufe dieses Jahres hat Anthropic daher aktuell die Nase vorne. Aktie der Woche: Enhances Group Inc.Falls ihrs nicht mitbekommen habt: Die Trottel rund um Donald Trump Jr., Peter Thiel und Christian Angermayer (SCHLAAAND!) wollten sowas die Doping Olympics organisieren. Athlet*innen durften unter ärztlicher Aufsicht spritzen und einnehmen was sie wollen um dann reihenweise Weltrekorde brechen. Dafür wurde die Enhanced Group Inc gegründet, die jetzt zum ersten mal die Enhanced Games ausgerichtet hat. Hat nur leider überhaupt nicht geklappt. So gut wie kein Rekord wurde gebrochen, am Ende war es eine große Blamage. Und so reagiert dann auch die Börse. Ups.
Tweet der Woche
https://x.com/Yuniealt/status/2058913014913597621 Das gibt doch Hoffnug. In dem Sinne bis nächste Woche ✌️ Martin |

Moin, Ich verspreche der Titel ergibt später noch Sinn. Diese Woche geht es mal wieder viel um AI, aber nicht nur: Wir reflektieren die Google I/O , Ferrari hat das erste elektrische Auto gezeigt, eine kleine Ente erinnert an Termine und am Ende geht es noch darum, warum inzwischen jeder Stil sofort einen Namen braucht. Also eigentlich ein ganz normaler wilder Mix. Viel Spaß beim Lesen Keynote der Woche: Google I/O
Die Google I/O ist Googles große jährliche Entwicklerkonferenz. Und die war letzte Woche mal wieder picke packe voll. Zum Glück bin ich am Wochenebde sehr viel Fahrrad gefahren und hatte Zeit das Gehörte zu reflektieren und überhaupt zu gucken, was überhaupt hängen geblieben ist Es wurden nämlich so viele neue Produkte gezeigt, sehr viele davon mit sehr ähnlichen Namen und dann sind viele davon noch gar nicht wirklich verfügbar. Und das, was verfügbar ist, ist Schrott. Aber dazu gleich mehr. Also, hier sind mit einer Woche Abstand die 4 Dinge, die bei mir hängen geblieben sind 1. Chaos und AI Slop Google baut AI inzwischen in wirklich alles ein. Suche, Shopping, Coding, Workspace, Android, Bilder, Video, Assistenten. Das ist strategisch vielleicht noch nachvollziehbar, wenn man sagt es geht primär um Marktdominanz. Aber die ganzen unterschiedlichen Produkte mit ihren komischen Namen und unterschiedlichsten Ausprägungen sind erstmal primär eins: überfordernd. Ob sich die Nutzung durch die x-te Prompt Box wirklich verbessert ist auch mal dahingestellt. Es wirkt auf mich eher wie ein klassisches "Ship the Org" als Produktentwicklung aus Nutzersicht. Vieles wurde übrigens auch nur für "diesen Sommer" angekündigt, nur weniges ist schon tatsächlich verfügbar, z.B. die mittlerweile vierte oder fünfte Health App von Google. Wirklich überzeugen kann die allerdings bislag noch nicht so richtig:
Quelle: https://x.com/Laz4rz/status/2059251576091312619/photo/2 2. Universal Shopping Cart Eine tatsächlich spannende Ankündigung war die Universal Shopping Cart. Die funktioniert so: Wenn du bei teilnehmenden Shops etwas in den Warenkorb legst, wird dieser Warenkorb in einen übergreifenden Google Warenkorb übertragen. In diesem Google Warenkorb können dann auch schon von anderen Shops Artikel drinnen liegen. Shopify hat zwar mit Shop schon etwas Ähnliches, aber bei Google ist es nochmal anders, weil Google eben oft schon der Ort ist, an dem der Kaufprozess startet und natürlich eine ganz andere Skalierung.
Aus E-Commerce-Sicht also ziemlich spannend und wahrscheinlich auch ziemlich unangenehm. Denn der Preiskampf war vorher schon extrem: Viele Shops sind jetzt schon vor allem Operations dominiert: Einkauf, Logistik, Performance Marketing, Retouren, Conversion Optimierungen bis zum geht nicht mehr und am Ende das alles für eine minimale Marge. Und jetzt kann es also passieren, dass man sich den Traffic teuer über Google eingekauft hat, nur damit im letzten Moment kurz vor Kauf der Warenkorb auch noch zur Google-Auktionsfläche wird. Denn: Auf diesen Universal Cart kann noch mal geboten werden (vermutlich als Ganzes, hier stehen die Details soweit ich weiß noch aus). Also aus Hose von Shop 1 und Shirt von Shop 2 wird jetzt plötzlich Hose und Shirt von Shop 3, aber 5% günstiger. Ob es am Ende tatsächlich eine wie von Google behauptete Win-Win-Win Situation ist, bei der User von niedrigeren Preisen, Shops von mehr Orders und Google von mehr Ad Revenue proftiert oder doch eigentlich nur Google gewinnt, wird sich zeigen. 3. Speed und Kosten Modelle werden gerade stärker auf Speed und Kosten getrimmt. Das macht Sinn, weil die Qualität in vielen Bereichen inzwischen oft gut genug ist. Texte, Bilder, Code, Recherche, alles nicht perfekt, aber brauchbar. Das Nervige ist oft eher das Warten. Eine gute Antwort nach 30 Sekunden fühlt sich im Arbeitsflow manchmal schlechter an als eine etwas schlechtere Antwort nach 3 Sekunden. Deshalb ist der Fokus auf Flash-Modelle und kurze Inferenzzeiten spannend. Google kann hier Modell, Infrastruktur, TPUs und eigene Produkte zusammendenken. AI wird damit nicht nur eine Frage von Qualität, sondern auch von Geschwindigkeit und Kosten. Wer schneller antwortet und dabei weniger Compute verbrennt, hat einen echten Vorteil. 4. Die heilige Suchleiste Woran man wirklich merkt wie wichtig das Ganze für Google ist: die heilige Suchleiste wurde grundlegend umgebaut und über Nacht zur AI-Suche. Das ist kurz- bis mittelfristig für Google erstmal extrem teuer, denn die Suche war auch nach Jahrzehnten noch die absolute Cash Cow. Die bisherige Suchanfrage war so extrem optimiert, dass sie fast nichts kostet (geschätzt: 0,2 cent) aber für viel Geld durch Anzeigen monetarisiert werden konnte (abhängig vom Suchbegriff, durchschnittlich geschätzt: 1,6 cent, also das 8-fache). Ein geniales System. Mit der AI Suche ist es jetzt genau andersherum: Die Anfrage kostet deutlich mehr, weil je nach Anfrage ein mehr oder weniger komplexes LLM im Hintergrund die Antwort generiert. Und gleichzeitig ist das Ergebnis noch nicht vermarktet. Google könnte hier also vielleicht sogar mit jeder Suche plötzlich Geld verlieren. Warum machen sie das trotzdem? Hauptsache Marktanteile gewinnen. Damit sich möglichst viele Menschen daran gewöhnen AI Anfragen direkt bei Google und nicht bei ChatGPT, Claude oder Perplexity (lol) abzuschicken. Das Ganze könnte aber auch gehörig nach hinten los gehen. Denn die Umsetzung ist grad ein einziger Witz: einzelne Wörter legen das System flach, die bekannten Fehler (z.b. Zeichen zählen) bleiben und nehmen jetzt Sucheinträgen (und Anzeigen!) den Platz weg, beliebte Knowledge-Graph-Funktionen fehlen...
Mal gucken, ob Google das schnell gefixt bekommt oder doch lieber schnell rückgänig macht. Wer profitiert von der Nummer? Andere Suchanbiete wie DuckDuckGo, deren Nutzung um 30% gestiegen ist. App der Woche: Quakpit
Apropos Duck: Wenn ihr wollt, dass euch eine kleine Ente im Flugzeug an den nächsten Termin erinnert, ladet euch Quakpit fürn Mac. Das Ganze funktioniert ganz privatsphäre-freundlich auch mit iCal-Links oder reinem Lesezugriff und gegen Aufpreis lassen sich sogar andere Tiere und Flugzeugmodelle wählen. Quak. Auto der Woche: Ferrari Luce
Ferrari hat den Luce vorgestellt, den ersten vollelektrischen Ferrari. Der wurde von LoveFrom designed, der Agentur vom ehemaligen Apple Chief Design Officer Jony Ive und Marc Newson. Vor einigen Monaten wurde schon isoliert das Interior vorgestellt, jetzt also das gesamte Fahrzeug. Das Spannende: Das Interior wurde zwar auch schon gemischt, aber doch überwiegend positiv im Internet bewertet (ich persöhnlich war sehr fasziniert). Das Exterior jetzt wird aber fast einheitlich zerrissen. 1. Wtf ist diese Farbe? Gerade weil bei diesem Auto so viel anders ist als bei anderen Ferarris, hätte ja vielleicht auch bewusst ein klassisches Ferarri Rot oder so gewählt. Und nicht ein Türkis das ans untere Preissegment erinnert. 2. Form Der Luce sieht so gar nicht wie ein Ferarri aus. Marc Newson sagt: die klassischen Ferraris sind so gestaltet, dass sie eine möglichst starke Bodenhaftung haben, d.h. flach und breit. Bei E-Autos wird aber vor allem auf Aeorodynamik geschaut, um Laufweite etc. zu optimieren. Das Ergebnis ist eine untypische Silouette. Ein anderer Grund könnte auch schlicht mangelndes Wissen und Skills seitens Ferarri sein, vor allem die Batterie so zu verteilen, dass sie nicht als ein großer Block in der Mitte sitzt und das gesamte Auto "staucht". Porsche hat es mit Taycan ja auch hinbekommen und andere Hersteller eh. 3. Fährt der auch? Was auffällt: Man sieht den Luce fast nie fahren. Das schon irgendwie komisch und für so ein Auto-Launch auch sehr ungewöhnlich. Wo sind die Amalfi Küste ausm Helikopter Shots???
Artikel der Woche: What aesthetic is this?Elizabeth Goodspeed hat für It’s Nice That schön herausgearbeiten, warum heute alles einen Namen bekommen muss: Frutiger Aero, Indie Sleaze, Corporate Memphis, Cottagecore und so weiter.
Natürlich war das schon immer so. Designgeschichte besteht auch aus Begriffen: Bauhaus, Art Deco, Dadaismus. Aber heute haben diese Namen noch eine andere Funktion. Sie machen Dinge auffindbar. Für Pinterest, TikTok, Algorithmen und natürlich für Prompts. Wenn ich den Namen kenne, reicht es wenn ich mich maximal oberflächlich mit einer Stilrichtung beschäftige und muss ihn nicht mal mehr richtig beschreiben können oder seine Hintergründe kennen. Und so wird immer früher versucht Stilen einen Namen zu geben, die gleichzeitig immer kürzer relevant bleiben. Tokens der Woche: AufgebrauchtEine letzte AI Meldung noch für diese Woche. Ich hatte es glaub ich schon mal hier geschrieben, aber AI wird perspektivisch immer teurer werden, weil die Unternehmen dahinter profitabel / profitabler werden wollen oder müssen (auch wenn der Betrieb, also die Inferenz immer effizienter und damit günstiger wird). Laut einem Business-Insider-Bericht hat Anthropic Anfang des Jahres die geschätzten Kosten für Claude Code deutlich angepasst. Vorher war die Rede von 6 Dollar pro aktivem Entwickler-Tag, jetzt sind es 13 Dollar. Bei 90 Prozent der Nutzer lag die Schätzung vorher unter 12 Dollar pro Tag, jetzt unter 30 Dollar. Das perfide dabei ist natürlich, dass sich das gar nicht so genau sagen lässt, weil man ja mit Tokens eine Zwischenebene eingeführt hat, um genau das zu verschleiern. Und jetzt passiert genau das, was eigentlich vorhersehbar war: Preisschock trifft auf Ernüchterung hinsichtlich Produktivät. So soll Uber laut CTO Praveen Neppalli Naga sein komplettes AI-Jahresbudget schon im April aufgebraucht haben. Im BI Interview sagt COO Andrew Macdonald jetzt: eine Erhöhung des Budgets sei schwer rechtzufertigen, weil es eben keinen klaren Link zwischen den Ausgaben und den Ergebnissen gibt. Übrigens hat selbst Microsoft eingeschränkt, wie viel Mitarbeitende für Tokens ausgeben dürfen. Und auch Duolingo hat seine AI Richtlinien überarbeitet, die vorgesehen hatten die Performance von Mitarbeitenden anhand der AI Nutzung (mehr gleich besser) zu bewerten. Letze Anmerkung dazu: Durch diese Preiserhöhung ist Anthropic übrigens ganz überraschend (vermutlich auch für sich selbst) profitabel geworden. Etwas, wovon der große Konkurrent OpenAI bislang nur träumen kann. Beim Wettrennen der beiden um den größeren Börsengang im Laufe dieses Jahres hat Anthropic daher aktuell die Nase vorne. Aktie der Woche: Enhances Group Inc.Falls ihrs nicht mitbekommen habt: Die Trottel rund um Donald Trump Jr., Peter Thiel und Christian Angermayer (SCHLAAAND!) wollten sowas die Doping Olympics organisieren. Athlet*innen durften unter ärztlicher Aufsicht spritzen und einnehmen was sie wollen um dann reihenweise Weltrekorde brechen. Dafür wurde die Enhanced Group Inc gegründet, die jetzt zum ersten mal die Enhanced Games ausgerichtet hat. Hat nur leider überhaupt nicht geklappt. So gut wie kein Rekord wurde gebrochen, am Ende war es eine große Blamage. Und so reagiert dann auch die Börse. Ups.
Tweet der Woche
https://x.com/Yuniealt/status/2058913014913597621 Das gibt doch Hoffnug. In dem Sinne bis nächste Woche ✌️ Martin |