Nach der OMR-Sonderausgabe und einer Woche Pause jetzt back to regular scheduled program. Eine bunte Mischung aus Themen der letzten beiden Wochen. Geschrieben, während ich gerade die Google I/O gucke und jetzt schon den Überblick über die Masse an neuen Produkten verloren habe. Viel Spaß beim Lesen, Martin Werbung der Woche 1: adidas — Backyard Legends
adidas Backyard Legends | The Greatest Football Story Ever Told adidas holt Timothée Chalamet à la Marty Supreme zusammen mit einigen der größten Namen im Fußball (David Beckham sogar direkt 3 mal!) vor die Kamera für „The Greatest Football Story Ever Told“. Außerdem mit dabei: Super Bowl Halftime Act 2026 Bad Bunny. Also riesiges Budget für Namen, aufwendige Produktion, 5 Minuten Spot, fast 5 Millionen Views. Und wirklich gut gemacht. Für die Nerds empfehle ich diesen Instagram Post mit einem Überblick welche Objektive benutzt wurden.
Werbung der Woche 2: Apple — VoiceOver on iPhone
Accessibility: VoiceOver powered by Apple Intelligence Seit einigen Jahren kündigt Apple immer wenige Wochen vor der eigenen Developer Conference WWDC Accessibility-Updates an. Dieses Jahr wurdem dank Apple Intelligence einige Funktionen wie zum Beispiel VoiceOver oder Live Recognition noch mal deutlich verbessert. Die Funktion erlaubt es unter anderem, mit der Kamera auf die Welt zu zeige und Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Wo ist mein Schlüssel? Oder: Was steht auf dem Schild? Apple stellt das Feature im Spot mit einem besonderen Voice-over vor: Schöne Idee, super Updates. Spiel der Woche: dialed.gg
Du hast 5 Sekunden Zeit, dir diese Farbe zu merken
Und so musst du dann versuchen sie wieder zu treffen Ein kleines Spiel, bei dem man versuchen muss, eine angezeigte Farbe so gut wie möglich zu treffen, nachdem man fünf Sekunden Zeit hatte, sie sich anzuschauen. Klingt sehr einfach. Ist es überhaupt nicht. Mein ganzer Stolz ist dieser Score:
Was schaffst du? App der Woche: grug
Gar keine Ahnung wie ich das gut beschreiben soll. Grug beschreibt sich selbst so: app simple like grug brain. open, read wisdom, maybe draw feeling. that all. no login. no cloud. no tracking. just you and today truth. Die Idee ist viel zu einfach, als dass man glauben könnte, dass das eine gute Idee ist: grug zeigt einfach jeden Tag einen neuen Spruch an. Eine kurze Weisheit, geschrieben im ganz eigenen grug Stil. Auf Klick gibt es dann noch eine ausführlichere Erklärung. Spannend ist, was der User daraus macht: Zu jedem Zitat kann man ein kleines Bild kritzeln. Generell ist die gesamte App-UI ausschließlich gekritzelt. Was es tatsächlich bisschen schwer macht zu verstehen, was da eigentlich passiert. Ich hab ne Weile gebraucht bis ich rausgefunden hatte, wie ich die Farben der App anpassen konnte. Aber irgendwie ist das alles nur sehr, sehr süß. Entwickler Jip Vandervelde hat übrigens auch die extrem erfolgreiche App Sudoku a Day entwickelt und war früher auch mal bei Apple. Der weiß also ganz offensichtlich wie man Apps baut.
Design-Update der Woche: Spotify wird 20 🪩Spotify wird 20 Jahre alt und feiert das unter anderem mit einem temporären App Icon als Disco Ball. Dass die Reaktionen dadrauf so groß ausfallen, hätte Spotfiy sicherlich auch nicht gedacht. Auf der einen Seite gibts viel Hate: Weil das Icon auf einmal nicht mehr so aussieht, wie man es seit Jahren auf dem Homescreen sucht entsteht nachvollziehbarer Frust. Ist halt ungewohnt. Aber auch weil die Umsetzungsqualität kritisiert wird. Das Icon ist einfach zu dunkel. Finde in diesem Mockup, in dem das Icon etwas aufgehellt wurde, funktioniert es direkt deutlich besser.
https://x.com/Memetic_Theory/status/2055869964750672012 Gleichzeitig sind sofort viele Marken drauf angesprungen und haben eigene Fake App Icons vorgestellt. Was ein bisschen lustig ist, aber auch komplett die Idee hinter dem Spotify Icon verliert. Weil es eben nicht einfach darum geht: Wir machen unser Logo jetzt auch mal als Disco Kugel, auch wenn wir gar keinen Musik Bezug und Anlass haben.
discomorphism, Quelle: https://x.com/RaceJohnson/status/2055815818357940325/photo/1 Von daher: nette Idee, Umsetzung so lala, Reichweite genial. Und ab nächster Woche auch wieder zurück zum Altbekannten. Rechts-Update der Woche: Google und DiffamierungDeutschland ist Google ja immer so ein Dorn im Auge. Als Google Street View nach Deutschland kommen sollte, haben sehr viele Menschen protestiert und dafür gesorgt, dass Google ein Tool anbieten musste, um das eigene Haus verpixeln zu lassen. Eine weitere Sonderlücke, die Google für den deutschen Markt bauen musste: In Google Maps konnten Unternehmen schlechte Bewertungen löschen lassen und sich dabei auf den Vorwurf der Diffamierung berufen. Oft völlig absurd und zu Unrecht. Aber weil sich eine Einzelfallprüfung wahrscheinlich nicht lohnt, hat Google offenbar oft einfach nachgegeben und diese Reviews ausgeblendet. Mit dem Ergebnis, dass Bewertungen natürlich deutlich positiver aussehen, als sie müssten. Das hat sich jetzt ein Stück weit geändert. Google zeigt zwar immer noch nicht die Reviews an, aber dafür, wie viele Reviews durch das Business ausgeblendet wurden.
Ein guter Indikator, dass hier vielleicht ein falsches Bild gezeichnet werden soll. Markiere alle Ampeln im BildNoch ein Update von Google, diesmal ein bisschen grundlegender. Mittlerweile ist ja bekannt, dass diese kleinen CAPTCHA-Puzzle, bei denen man beweisen sollte, dass man ein Mensch und kein Bot ist, auch dazu gedient haben, Googles Machine-Learning-Modelle zu füttern. Das ist mittlerweile nicht mehr so notwendig. Gleichzeitig sind Bots gut genug, um viele CAPTCHAs zu lösen. Deshalb sind Anbieter wie Cloudflare schon lange zu anderen Formen der Verifizierung übergegangen. Jetzt hat Google ein großes Update vorgestellt, das im Kern ein bisschen wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung funktioniert: Scanne auf dem zu prüfenden Gerät einen QR Code mit einem zweiten Gerät um dich zu verifizieren.
Zukünftig gilt es den QR Code zu scannen, statt die Ampel zu markieren Das Problem daran: viel proprietäre Technologie, von der vor allem der Google-Browser Chrome und Google allgemein profitiert. Eine gute Zusammenfassung der Kritik lest ihr hier. Von einem offenen Ansatz und dem noblen Ziel, das Internet vor Bots zu schützen, hat sich Google scheinbar weit entfernt. Google DeepMind und der Cursor
Das letzte Google-Update noch vor der großen Google IO Welle diese Woche kommt von der Alphabet-AI-Bude DeepMind. Die haben einen fundamental neuen Ansatz vorgestellt, LLMs zu trainieren und auch mit ihnen zu interagieren: den Cursor. Der Ansatz ist so genial wie einfach. Seit der Erfindung der Maus vor über 50 Jahren sind fast alle Interfaces auf die Nutzung damit ausgelegt. Es ist eine super präzise Eingabemethode und für Menschen sehr intuitiv. Für Computer aber nicht unbedingt. Durch Cursor-Tracking lernt Google jetzt viel besser, wie Menschen mit dem Computer interagieren. Und kann dieses Wissen unter anderem nutzen, um Agenten solche Aufgaben ausführen zu lassen. Außerdem kann die Kombination aus Cursor Tracking und Spracheingabe genutzt werden, um sehr gezielt Aktionen ausführen zulassen. Wirkt nach sehr grundlegender, Betriebssystem-level Technologie und passt gut dazu, dass Google eines neues Chrome OS und Google Books vorgestellt hat... |

Nach der OMR-Sonderausgabe und einer Woche Pause jetzt back to regular scheduled program. Eine bunte Mischung aus Themen der letzten beiden Wochen. Geschrieben, während ich gerade die Google I/O gucke und jetzt schon den Überblick über die Masse an neuen Produkten verloren habe. Viel Spaß beim Lesen, Martin Werbung der Woche 1: adidas — Backyard Legends
adidas Backyard Legends | The Greatest Football Story Ever Told adidas holt Timothée Chalamet à la Marty Supreme zusammen mit einigen der größten Namen im Fußball (David Beckham sogar direkt 3 mal!) vor die Kamera für „The Greatest Football Story Ever Told“. Außerdem mit dabei: Super Bowl Halftime Act 2026 Bad Bunny. Also riesiges Budget für Namen, aufwendige Produktion, 5 Minuten Spot, fast 5 Millionen Views. Und wirklich gut gemacht. Für die Nerds empfehle ich diesen Instagram Post mit einem Überblick welche Objektive benutzt wurden.
Werbung der Woche 2: Apple — VoiceOver on iPhone
Accessibility: VoiceOver powered by Apple Intelligence Seit einigen Jahren kündigt Apple immer wenige Wochen vor der eigenen Developer Conference WWDC Accessibility-Updates an. Dieses Jahr wurdem dank Apple Intelligence einige Funktionen wie zum Beispiel VoiceOver oder Live Recognition noch mal deutlich verbessert. Die Funktion erlaubt es unter anderem, mit der Kamera auf die Welt zu zeige und Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Wo ist mein Schlüssel? Oder: Was steht auf dem Schild? Apple stellt das Feature im Spot mit einem besonderen Voice-over vor: Schöne Idee, super Updates. Spiel der Woche: dialed.gg
Du hast 5 Sekunden Zeit, dir diese Farbe zu merken
Und so musst du dann versuchen sie wieder zu treffen Ein kleines Spiel, bei dem man versuchen muss, eine angezeigte Farbe so gut wie möglich zu treffen, nachdem man fünf Sekunden Zeit hatte, sie sich anzuschauen. Klingt sehr einfach. Ist es überhaupt nicht. Mein ganzer Stolz ist dieser Score:
Was schaffst du? App der Woche: grug
Gar keine Ahnung wie ich das gut beschreiben soll. Grug beschreibt sich selbst so: app simple like grug brain. open, read wisdom, maybe draw feeling. that all. no login. no cloud. no tracking. just you and today truth. Die Idee ist viel zu einfach, als dass man glauben könnte, dass das eine gute Idee ist: grug zeigt einfach jeden Tag einen neuen Spruch an. Eine kurze Weisheit, geschrieben im ganz eigenen grug Stil. Auf Klick gibt es dann noch eine ausführlichere Erklärung. Spannend ist, was der User daraus macht: Zu jedem Zitat kann man ein kleines Bild kritzeln. Generell ist die gesamte App-UI ausschließlich gekritzelt. Was es tatsächlich bisschen schwer macht zu verstehen, was da eigentlich passiert. Ich hab ne Weile gebraucht bis ich rausgefunden hatte, wie ich die Farben der App anpassen konnte. Aber irgendwie ist das alles nur sehr, sehr süß. Entwickler Jip Vandervelde hat übrigens auch die extrem erfolgreiche App Sudoku a Day entwickelt und war früher auch mal bei Apple. Der weiß also ganz offensichtlich wie man Apps baut.
Design-Update der Woche: Spotify wird 20 🪩Spotify wird 20 Jahre alt und feiert das unter anderem mit einem temporären App Icon als Disco Ball. Dass die Reaktionen dadrauf so groß ausfallen, hätte Spotfiy sicherlich auch nicht gedacht. Auf der einen Seite gibts viel Hate: Weil das Icon auf einmal nicht mehr so aussieht, wie man es seit Jahren auf dem Homescreen sucht entsteht nachvollziehbarer Frust. Ist halt ungewohnt. Aber auch weil die Umsetzungsqualität kritisiert wird. Das Icon ist einfach zu dunkel. Finde in diesem Mockup, in dem das Icon etwas aufgehellt wurde, funktioniert es direkt deutlich besser.
https://x.com/Memetic_Theory/status/2055869964750672012 Gleichzeitig sind sofort viele Marken drauf angesprungen und haben eigene Fake App Icons vorgestellt. Was ein bisschen lustig ist, aber auch komplett die Idee hinter dem Spotify Icon verliert. Weil es eben nicht einfach darum geht: Wir machen unser Logo jetzt auch mal als Disco Kugel, auch wenn wir gar keinen Musik Bezug und Anlass haben.
discomorphism, Quelle: https://x.com/RaceJohnson/status/2055815818357940325/photo/1 Von daher: nette Idee, Umsetzung so lala, Reichweite genial. Und ab nächster Woche auch wieder zurück zum Altbekannten. Rechts-Update der Woche: Google und DiffamierungDeutschland ist Google ja immer so ein Dorn im Auge. Als Google Street View nach Deutschland kommen sollte, haben sehr viele Menschen protestiert und dafür gesorgt, dass Google ein Tool anbieten musste, um das eigene Haus verpixeln zu lassen. Eine weitere Sonderlücke, die Google für den deutschen Markt bauen musste: In Google Maps konnten Unternehmen schlechte Bewertungen löschen lassen und sich dabei auf den Vorwurf der Diffamierung berufen. Oft völlig absurd und zu Unrecht. Aber weil sich eine Einzelfallprüfung wahrscheinlich nicht lohnt, hat Google offenbar oft einfach nachgegeben und diese Reviews ausgeblendet. Mit dem Ergebnis, dass Bewertungen natürlich deutlich positiver aussehen, als sie müssten. Das hat sich jetzt ein Stück weit geändert. Google zeigt zwar immer noch nicht die Reviews an, aber dafür, wie viele Reviews durch das Business ausgeblendet wurden.
Ein guter Indikator, dass hier vielleicht ein falsches Bild gezeichnet werden soll. Markiere alle Ampeln im BildNoch ein Update von Google, diesmal ein bisschen grundlegender. Mittlerweile ist ja bekannt, dass diese kleinen CAPTCHA-Puzzle, bei denen man beweisen sollte, dass man ein Mensch und kein Bot ist, auch dazu gedient haben, Googles Machine-Learning-Modelle zu füttern. Das ist mittlerweile nicht mehr so notwendig. Gleichzeitig sind Bots gut genug, um viele CAPTCHAs zu lösen. Deshalb sind Anbieter wie Cloudflare schon lange zu anderen Formen der Verifizierung übergegangen. Jetzt hat Google ein großes Update vorgestellt, das im Kern ein bisschen wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung funktioniert: Scanne auf dem zu prüfenden Gerät einen QR Code mit einem zweiten Gerät um dich zu verifizieren.
Zukünftig gilt es den QR Code zu scannen, statt die Ampel zu markieren Das Problem daran: viel proprietäre Technologie, von der vor allem der Google-Browser Chrome und Google allgemein profitiert. Eine gute Zusammenfassung der Kritik lest ihr hier. Von einem offenen Ansatz und dem noblen Ziel, das Internet vor Bots zu schützen, hat sich Google scheinbar weit entfernt. Google DeepMind und der Cursor
Das letzte Google-Update noch vor der großen Google IO Welle diese Woche kommt von der Alphabet-AI-Bude DeepMind. Die haben einen fundamental neuen Ansatz vorgestellt, LLMs zu trainieren und auch mit ihnen zu interagieren: den Cursor. Der Ansatz ist so genial wie einfach. Seit der Erfindung der Maus vor über 50 Jahren sind fast alle Interfaces auf die Nutzung damit ausgelegt. Es ist eine super präzise Eingabemethode und für Menschen sehr intuitiv. Für Computer aber nicht unbedingt. Durch Cursor-Tracking lernt Google jetzt viel besser, wie Menschen mit dem Computer interagieren. Und kann dieses Wissen unter anderem nutzen, um Agenten solche Aufgaben ausführen zu lassen. Außerdem kann die Kombination aus Cursor Tracking und Spracheingabe genutzt werden, um sehr gezielt Aktionen ausführen zulassen. Wirkt nach sehr grundlegender, Betriebssystem-level Technologie und passt gut dazu, dass Google eines neues Chrome OS und Google Books vorgestellt hat... |