Bei Digitalisierung in Deutschland denken viele noch immer an den Neuland-Kommentar von Merkel. Und das nicht ohne Grund. Aber: Kritisieren ist leicht. Wirklich entscheidend sind die, die anpacken und zeigen, dass es besser geht. Warum das wichtig ist? Auch weil technologische Abhängigkeit lange als abstraktes Risiko abgetan wurde – nach dem Motto: „Mich betrifft das doch eh nicht.“ Ein aktuelles Beispiel zeigt aber, wie real dieses Risiko ist: Der Fall macht deutlich, wie stark wir in Europa von wenigen US-Anbietern abhängig ist. Dabei gibt es Alternativen es, doch ihre Verbreitung ist gering. Zeit, das zu ändern. Wir schauen uns heute ein paar positive Beispiele aus Deutschland an und hoffen, dass diese Liste fleißig wächst. Magazine der WocheOb man Fan der Inhalte ist, darüber kann man sicherlich streiten. Was aber sowohl JACOBIN als auch das Surplus Magazin richtig gut machen, ist moderner, digitaler Journalismus.
Ich bin ein Fan der Surplus Seite mit ihren visuellen Strukturelementen und einem Layout, das an eine Printausgabe erinnert (ich bin ebenfalls großer Fan der FT und sehe gewisse Parallelen).
Auch das Jacobin Magazin hat eine herausragende UI zur Darstellung seiner Veröffentlichungen, mit kleinen 3D Effekten und wuchtigen, flächigen Layouts. Was beide aber auch richtig gut machen: Mich für besagte Inhalte bezahlen lassen. Das geht über schnelle, unkomplizierte Checkout-Flows und ganz ohne das Gefühl von Abo-Falle. In beiden Fällen handelt es sich um nischige, kleinere (linke) Publikationen, die sich nicht nur durch ihre Inhalte, sondern auch durch deren Aufbereitung hervorheben – und von denen sich große deutsche Medienhäuser gerne etwas abschauen können.
Person der WocheMartin Jordan hat eine gigantische Aufgabe vor sich: die Digitalisierung der deutschen Verwaltung voranzubringen. Das klingt erstmal sehr trocken und bürokratisch. Ist es auch! Aber nicht nur. Klar, erstmal müssen die Grundlagen geschaffen werden: Standardardisieren (prozessual, technisch, visuell, ...) und die Prinzipien für gutes Service Design einführen (inspiriert von den Vorreitern aus Großbritannien, gov.uk).
Die Ergebnisse können sich teilweise sehen lassen: Da gibt es zum einen eine DIN, DIN SPEC 66336 um genau zu sein (Klar, wir sind ja immer noch in Deutschland). Aber es gibt auch die daraus abgeleiteten offizielle Servicestandards. Diese bilden für alle Verwaltungen und Behörden eine Anleitung und Richtlinie für gutes Service Design – von Content Design über Sprache und Usability bis hin zu technischen Aspekten. Die Inhalte sind allerdings nicht nur für Behörden interessant, sondern für alle im Bereich Webdesign, die Wert auf inklusives und nutzerfreundliches Design legen. Neben den Servicestandards wurde aber auch der Deutschlandstack eingeführt, die "die nationale souveräne Technologie-Plattform für die Digitalvorhaben in Deutschland" und aus Design Sicht das Dachmarken Konzept und Design System KERN. Klar, sowas ist nur der Anfang und die Mammutaufgabe wird es jetzt sein, das alles konsequent auszurollen und in den Behörden und Prozessen zu verankern. Aber das Anfang ist gemacht 💪
Uff, jetzt schon Kopfschmerzen bei dem Chart...
Design Studio der WocheBislang habe ich viel über Software geschrieben. Aber auch im Bereich Hardware gibt es Highlights – wie zum Beispiel das Berliner Industrial-Design-Studio PONG.
Auf die bin ich gestoßen, als ich das Kindertelefon NODI Flip entdeckt habe und gesehen habe, dass das Produktdesign von PONG stammt. Aber nicht nur kleine Start-ups gehören zu ihren Kunden, sondern auch Industriegiganten wie Viessmann sowie ein weiteres europäisches Highlight: Tado. Von Zahnbürsten, über Wassersprudler, digitalen Tools und sogar Traktoren gibt es scheinbar nichts, was PONG nicht designen kann.
Honorable Mentions
Design und Tech ist manchmal auch politisch. -Martin |

Bei Digitalisierung in Deutschland denken viele noch immer an den Neuland-Kommentar von Merkel. Und das nicht ohne Grund. Aber: Kritisieren ist leicht. Wirklich entscheidend sind die, die anpacken und zeigen, dass es besser geht. Warum das wichtig ist? Auch weil technologische Abhängigkeit lange als abstraktes Risiko abgetan wurde – nach dem Motto: „Mich betrifft das doch eh nicht.“ Ein aktuelles Beispiel zeigt aber, wie real dieses Risiko ist: Der Fall macht deutlich, wie stark wir in Europa von wenigen US-Anbietern abhängig ist. Dabei gibt es Alternativen es, doch ihre Verbreitung ist gering. Zeit, das zu ändern. Wir schauen uns heute ein paar positive Beispiele aus Deutschland an und hoffen, dass diese Liste fleißig wächst. Magazine der WocheOb man Fan der Inhalte ist, darüber kann man sicherlich streiten. Was aber sowohl JACOBIN als auch das Surplus Magazin richtig gut machen, ist moderner, digitaler Journalismus.
Ich bin ein Fan der Surplus Seite mit ihren visuellen Strukturelementen und einem Layout, das an eine Printausgabe erinnert (ich bin ebenfalls großer Fan der FT und sehe gewisse Parallelen).
Auch das Jacobin Magazin hat eine herausragende UI zur Darstellung seiner Veröffentlichungen, mit kleinen 3D Effekten und wuchtigen, flächigen Layouts. Was beide aber auch richtig gut machen: Mich für besagte Inhalte bezahlen lassen. Das geht über schnelle, unkomplizierte Checkout-Flows und ganz ohne das Gefühl von Abo-Falle. In beiden Fällen handelt es sich um nischige, kleinere (linke) Publikationen, die sich nicht nur durch ihre Inhalte, sondern auch durch deren Aufbereitung hervorheben – und von denen sich große deutsche Medienhäuser gerne etwas abschauen können.
Person der WocheMartin Jordan hat eine gigantische Aufgabe vor sich: die Digitalisierung der deutschen Verwaltung voranzubringen. Das klingt erstmal sehr trocken und bürokratisch. Ist es auch! Aber nicht nur. Klar, erstmal müssen die Grundlagen geschaffen werden: Standardardisieren (prozessual, technisch, visuell, ...) und die Prinzipien für gutes Service Design einführen (inspiriert von den Vorreitern aus Großbritannien, gov.uk).
Die Ergebnisse können sich teilweise sehen lassen: Da gibt es zum einen eine DIN, DIN SPEC 66336 um genau zu sein (Klar, wir sind ja immer noch in Deutschland). Aber es gibt auch die daraus abgeleiteten offizielle Servicestandards. Diese bilden für alle Verwaltungen und Behörden eine Anleitung und Richtlinie für gutes Service Design – von Content Design über Sprache und Usability bis hin zu technischen Aspekten. Die Inhalte sind allerdings nicht nur für Behörden interessant, sondern für alle im Bereich Webdesign, die Wert auf inklusives und nutzerfreundliches Design legen. Neben den Servicestandards wurde aber auch der Deutschlandstack eingeführt, die "die nationale souveräne Technologie-Plattform für die Digitalvorhaben in Deutschland" und aus Design Sicht das Dachmarken Konzept und Design System KERN. Klar, sowas ist nur der Anfang und die Mammutaufgabe wird es jetzt sein, das alles konsequent auszurollen und in den Behörden und Prozessen zu verankern. Aber das Anfang ist gemacht 💪
Uff, jetzt schon Kopfschmerzen bei dem Chart...
Design Studio der WocheBislang habe ich viel über Software geschrieben. Aber auch im Bereich Hardware gibt es Highlights – wie zum Beispiel das Berliner Industrial-Design-Studio PONG.
Auf die bin ich gestoßen, als ich das Kindertelefon NODI Flip entdeckt habe und gesehen habe, dass das Produktdesign von PONG stammt. Aber nicht nur kleine Start-ups gehören zu ihren Kunden, sondern auch Industriegiganten wie Viessmann sowie ein weiteres europäisches Highlight: Tado. Von Zahnbürsten, über Wassersprudler, digitalen Tools und sogar Traktoren gibt es scheinbar nichts, was PONG nicht designen kann.
Honorable Mentions
Design und Tech ist manchmal auch politisch. -Martin |