Erinnert ihr euch noch an Moo Deng, das kleine Zwergflusspferd aus Thailand? Oder Punch, dem kleinen Affen aus dem Ichikawa City Zoo in Japan, der dann irgendwann im IKEA Plüschtier DJUNGELSKOG einen Freund fand? Seit dieser Woche hat ein neues kleines Tier das Internet in Bann gezogen: Es ist ein kleiner Waschbär aus Seattle, der vom Internet Jimothy getauft wurde und einen ungewöhnlich kurzen, gestauchten Körper hat. Wie auch bei den anderen Internet-Lieblingen fangen die ersten schon an, nach Seattle zu pilgern um ihn zu sehen. Dabei ist Jimothy sogar so beliebt, dass Google ein kleines Easteregg in die Suche eingebaut hat und ein kleiner animierter Jimothy über den Bildschirm läuft, wenn man nach ihm sucht.
Jimothy auf der Google SERP Ich liebe ja Raccoons und finde Jimothy auch lustig anzusehen, aber er kommt natürlich nicht an diesen OG ran:
In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen! Martin Film der Woche: The OdysseyIch will gar nicht zu viel über den Film schreiben, außer dass ihr ihn unbedingt (mehrfach) im Kino gucken solltet und dass ich trotz hoher Erwartungen positiv überrascht wurde. Stattdessen will ich den Film zum Anlass nehmen euch eine Person vorzustellen, die großen Einfluss auf die letzten Chris Nolan Filme hatte, aber dabei bei weitem nicht so im Vordergrund steht wie es z.B. ein Ludwig Göransson oder ein Hoyte van Hoytema tun: Jennifer Lame. Sie hat als Cutterin / Editor für The Odyssey fast 90 Stunden Material in Form von fast 600km IMAX Filmrolle auf unter 3 Stunden runtergeschnitten. 3 Stunden war dabei die harte Grenze, weil die großen 70mm IMAX Projektoren nicht mehr als 165 Minuten Filmrolle abspielen können. Jennifers ersten großen Filme waren vor allem Noah Baumbach Filme wie Frances Ha (2012), Mistress America (2015) und Marriage Story (2019). Mit Christopher Nolan fing die Zusammenarbeit bei Tenet (2020) an, für Oppenheimer (2023) erhielt sie schließlich eine Oscar für besten Schnitt. Sie ist es, die den Überblick über mehrere Zeitstrahlen und Erzählstränge gleichzeitig behält und die es bei Oppenheimer geschafft hat, minutenlangen Dialog spannend wie eine Action-Szene zu schneiden und abstrakte Visuals in die Erzählung zu weben. Wenn ihr mehr über Jennifer und ihre Arbeit mit Nolan erfahren wollt, kann euch dieses Interview sehr empfehlen (auch wenn der Ton ein bisschen scheiße ist). Rebranding der Woche: Coca ColaCoca Cola hat diese Woche ein großes Brand Refresh vorgestellt, oder wie sie sagen: [a] new global visual identity system. Offizielles Ziel war es die verschiedenen Cola Marken zu vereinheitlichen. Dafür setzten jetzt alle Marken auf das Cola Rot und haben nur noch farbliche Akzente wie das Schwarz bei der Zero (Sugar) und es gibt ne neue Schrift. Bei einem globalen Konzern wie Coca Cola und einer Marken wie... Coca Cola ist so ein Design Update natürlich ein gigantisches Unterfangen und die CreativeReview schreibt: The initiative represents a broad collaborative effort, with design company The Superultrarare developing the global packaging system, Brody Associates creating a proprietary typeface, Forpeople and Monks building the Brand Center, Adobe developing governance tools, and photographers Guy Aroch, Anna Palma and Martin Wonnacott establishing new image standards. Hautpverantwortlich war aber JKR. Meine 3 Hot Takes zum Relaunch:
Newsletter der Woche: Dense DiscoveryEin Newsletter, den ich seit vielen vielen Jahren sehr gerne lese ist Dense Discovery. Man könnte fast sagen mein eigener Newsletter ist inhaltlich "inspiriert" von Kai, der Dense Discovery als "thoughtful links across design, tech, culture and art" beschreibt. Zugegeben, er hat mit 36,000+ weltweiten Leser*innen ein paar mehr Abonnenten als ich, aber er ist ja auch schon länger dabei und schreibt auf Englisch... Das Highlight ist für mich jede Woche die Grafik, mit der der Newsletter startet. Kai hat ein großes Talent hier tolle, inspiriende Visuals mit ebenfalls oft inspirerenden Zitaten zu paaren. Kai ist ehemaliger Web Designer, hat dann das wunderbare Offscreen Magazin über viele Jahre veröffentlicht und lebt in Australien. Dense Discovery könnt ihr hier abonnieren. Übernahme der Woche: ContentfulOh man, die habe ich damals ganz vergessen, als ich über erfolgreiche deutsche Tech Unternehmen geschrieben habe. Dabei ist Contentful aus Berlin eine wunderbare Story über ein Startup, das bereits sehr früh an einem Headless-CMS gearbeitet und das dann richtig groß gemacht hat. 2021 haben die beiden Gründer Sascha Konietzke and Paolo Negri noch 175 Millionen US-Dollar in einer Series F (!) geraised - was einer Bewertung von fast 3 Milliarden entsprach. Anfang Juni wurde jetzt bekannt gegeben, dass Salesforce plant Contentful zu kaufen. Salesforce ist ja ursprünglich eine CRM Software, mittlerweile aber ein gigantischer Software-Konzern, der immer wieder große Übernahmen tätigt, wie z.B. Slack in 2021 für fast 30 Mrd USD. Ganz so viel ist Contentful natürlich nicht wert, vermutlich auch längst nicht mehr die 3 Mrd von 2021, auch nicht als Market Leader im Headless CMS Bereich. Trotzdem ist es natürlich für den deutschen Tech Sektor ein positives Signal. Im Blogartikel zur Übernahme beschreiben Salesforce und Contenful warum die Akquisition so wichtig für Salesforces AI Push ist. Wenn ihr mal richtig viel Corporate AI Psychosis lesen wollt, hier ein kleiner Auszug: Fast-forward to today, and the internet is yet again at a major inflection point. AI agents now outnumber humans on the Web, forcing companies to rethink how digital experiences are created, optimized, and deployed. As it turns out, Contentful’s API-first, structured content architecture is perfectly suited to help companies navigate the emergence of the Agentic Web. We were either very lucky or extremely prescient. Paolo and I like to believe it's a bit of both. AI News der WocheÜberleitung zu einem kurzen Abriss über die wichtigsten AI News und dann ist auch gut für heute: Mal wieder hat eine chinesische AI Bude ein Modell vorgestellt, das überraschend gut performt und den "etablierten" Playern gefährlich werden könnte - vor allem weil es kostenlos und Open Source ist, ohne bedeutend schlechter zu sein. Moonshot heißt die Firma, die jetzt die dritte Version von Kimi angekündigt hat, nächste Woche sollen dann offiziell auch die Gewichte veröffentlich werden, damit Kimi auch tatsächlich als Open Source LLM genutzt werden kann. Wie bereits bei anderen chinesischen Modellen werfen Firmen wie Anthropic auch hier vor, dass ihre Modelle destilliert wurden, d.h. die Grundlage für das Moonshot Modell bilden. Was natürlich ein bisschen lustig ist, weil die gleichen Firmen ja immer behaupten, dass alles, was im Internet steht und verfügbar ist, kostenlos zum Training benutzt werden darf und Copyright oder Royalties nicht existieren? Naja, die bösen Chinesen mal wieder... Der nächste große Sprung in Sachen Effizienz und Leistungsfähigkeit: Nvidia erste Praxis Benchmarks der neuen Vera Rubin Serverracks zeigen wohl eine Verzehnfachung (10x) im Vergleich zur letzten Blackwell Generation. Das wäre ein erheblicher Sprung und ein dirkter Angriff auf AMD, die zuletzt ihre Helios-Server an u.a. Microsoft Azure verkaufen konnten. Die Leistungssteigerungen scheinen also erstmal nicht aufzuhören, die Hyperscaler kaufen ja auch weiterhin jedes bisschen Kapazität auf und die Modelle nutzen diese Rechenpower für immer bessere Performance. Ein perfekter Kreislauf, solange das Geld nicht ausgeht. Alle paar Monate wird im AI Lager ja ein neues Buzzwort auserkoren, um den Hype anzufeuern. Los ging es damals mit Agenten. Dann kamen die Loops. Jetzt sind Loops auch schon wieder out und stattdessen Graphs das neue heiße Ding. 📫 Es gibt mittlerweile übrigens auch ein Archiv, um ältere Ausgaben nachzulesen. |

Erinnert ihr euch noch an Moo Deng, das kleine Zwergflusspferd aus Thailand? Oder Punch, dem kleinen Affen aus dem Ichikawa City Zoo in Japan, der dann irgendwann im IKEA Plüschtier DJUNGELSKOG einen Freund fand? Seit dieser Woche hat ein neues kleines Tier das Internet in Bann gezogen: Es ist ein kleiner Waschbär aus Seattle, der vom Internet Jimothy getauft wurde und einen ungewöhnlich kurzen, gestauchten Körper hat. Wie auch bei den anderen Internet-Lieblingen fangen die ersten schon an, nach Seattle zu pilgern um ihn zu sehen. Dabei ist Jimothy sogar so beliebt, dass Google ein kleines Easteregg in die Suche eingebaut hat und ein kleiner animierter Jimothy über den Bildschirm läuft, wenn man nach ihm sucht.
Jimothy auf der Google SERP Ich liebe ja Raccoons und finde Jimothy auch lustig anzusehen, aber er kommt natürlich nicht an diesen OG ran:
In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen! Martin Film der Woche: The OdysseyIch will gar nicht zu viel über den Film schreiben, außer dass ihr ihn unbedingt (mehrfach) im Kino gucken solltet und dass ich trotz hoher Erwartungen positiv überrascht wurde. Stattdessen will ich den Film zum Anlass nehmen euch eine Person vorzustellen, die großen Einfluss auf die letzten Chris Nolan Filme hatte, aber dabei bei weitem nicht so im Vordergrund steht wie es z.B. ein Ludwig Göransson oder ein Hoyte van Hoytema tun: Jennifer Lame. Sie hat als Cutterin / Editor für The Odyssey fast 90 Stunden Material in Form von fast 600km IMAX Filmrolle auf unter 3 Stunden runtergeschnitten. 3 Stunden war dabei die harte Grenze, weil die großen 70mm IMAX Projektoren nicht mehr als 165 Minuten Filmrolle abspielen können. Jennifers ersten großen Filme waren vor allem Noah Baumbach Filme wie Frances Ha (2012), Mistress America (2015) und Marriage Story (2019). Mit Christopher Nolan fing die Zusammenarbeit bei Tenet (2020) an, für Oppenheimer (2023) erhielt sie schließlich eine Oscar für besten Schnitt. Sie ist es, die den Überblick über mehrere Zeitstrahlen und Erzählstränge gleichzeitig behält und die es bei Oppenheimer geschafft hat, minutenlangen Dialog spannend wie eine Action-Szene zu schneiden und abstrakte Visuals in die Erzählung zu weben. Wenn ihr mehr über Jennifer und ihre Arbeit mit Nolan erfahren wollt, kann euch dieses Interview sehr empfehlen (auch wenn der Ton ein bisschen scheiße ist). Rebranding der Woche: Coca ColaCoca Cola hat diese Woche ein großes Brand Refresh vorgestellt, oder wie sie sagen: [a] new global visual identity system. Offizielles Ziel war es die verschiedenen Cola Marken zu vereinheitlichen. Dafür setzten jetzt alle Marken auf das Cola Rot und haben nur noch farbliche Akzente wie das Schwarz bei der Zero (Sugar) und es gibt ne neue Schrift. Bei einem globalen Konzern wie Coca Cola und einer Marken wie... Coca Cola ist so ein Design Update natürlich ein gigantisches Unterfangen und die CreativeReview schreibt: The initiative represents a broad collaborative effort, with design company The Superultrarare developing the global packaging system, Brody Associates creating a proprietary typeface, Forpeople and Monks building the Brand Center, Adobe developing governance tools, and photographers Guy Aroch, Anna Palma and Martin Wonnacott establishing new image standards. Hautpverantwortlich war aber JKR. Meine 3 Hot Takes zum Relaunch:
Newsletter der Woche: Dense DiscoveryEin Newsletter, den ich seit vielen vielen Jahren sehr gerne lese ist Dense Discovery. Man könnte fast sagen mein eigener Newsletter ist inhaltlich "inspiriert" von Kai, der Dense Discovery als "thoughtful links across design, tech, culture and art" beschreibt. Zugegeben, er hat mit 36,000+ weltweiten Leser*innen ein paar mehr Abonnenten als ich, aber er ist ja auch schon länger dabei und schreibt auf Englisch... Das Highlight ist für mich jede Woche die Grafik, mit der der Newsletter startet. Kai hat ein großes Talent hier tolle, inspiriende Visuals mit ebenfalls oft inspirerenden Zitaten zu paaren. Kai ist ehemaliger Web Designer, hat dann das wunderbare Offscreen Magazin über viele Jahre veröffentlicht und lebt in Australien. Dense Discovery könnt ihr hier abonnieren. Übernahme der Woche: ContentfulOh man, die habe ich damals ganz vergessen, als ich über erfolgreiche deutsche Tech Unternehmen geschrieben habe. Dabei ist Contentful aus Berlin eine wunderbare Story über ein Startup, das bereits sehr früh an einem Headless-CMS gearbeitet und das dann richtig groß gemacht hat. 2021 haben die beiden Gründer Sascha Konietzke and Paolo Negri noch 175 Millionen US-Dollar in einer Series F (!) geraised - was einer Bewertung von fast 3 Milliarden entsprach. Anfang Juni wurde jetzt bekannt gegeben, dass Salesforce plant Contentful zu kaufen. Salesforce ist ja ursprünglich eine CRM Software, mittlerweile aber ein gigantischer Software-Konzern, der immer wieder große Übernahmen tätigt, wie z.B. Slack in 2021 für fast 30 Mrd USD. Ganz so viel ist Contentful natürlich nicht wert, vermutlich auch längst nicht mehr die 3 Mrd von 2021, auch nicht als Market Leader im Headless CMS Bereich. Trotzdem ist es natürlich für den deutschen Tech Sektor ein positives Signal. Im Blogartikel zur Übernahme beschreiben Salesforce und Contenful warum die Akquisition so wichtig für Salesforces AI Push ist. Wenn ihr mal richtig viel Corporate AI Psychosis lesen wollt, hier ein kleiner Auszug: Fast-forward to today, and the internet is yet again at a major inflection point. AI agents now outnumber humans on the Web, forcing companies to rethink how digital experiences are created, optimized, and deployed. As it turns out, Contentful’s API-first, structured content architecture is perfectly suited to help companies navigate the emergence of the Agentic Web. We were either very lucky or extremely prescient. Paolo and I like to believe it's a bit of both. AI News der WocheÜberleitung zu einem kurzen Abriss über die wichtigsten AI News und dann ist auch gut für heute: Mal wieder hat eine chinesische AI Bude ein Modell vorgestellt, das überraschend gut performt und den "etablierten" Playern gefährlich werden könnte - vor allem weil es kostenlos und Open Source ist, ohne bedeutend schlechter zu sein. Moonshot heißt die Firma, die jetzt die dritte Version von Kimi angekündigt hat, nächste Woche sollen dann offiziell auch die Gewichte veröffentlich werden, damit Kimi auch tatsächlich als Open Source LLM genutzt werden kann. Wie bereits bei anderen chinesischen Modellen werfen Firmen wie Anthropic auch hier vor, dass ihre Modelle destilliert wurden, d.h. die Grundlage für das Moonshot Modell bilden. Was natürlich ein bisschen lustig ist, weil die gleichen Firmen ja immer behaupten, dass alles, was im Internet steht und verfügbar ist, kostenlos zum Training benutzt werden darf und Copyright oder Royalties nicht existieren? Naja, die bösen Chinesen mal wieder... Der nächste große Sprung in Sachen Effizienz und Leistungsfähigkeit: Nvidia erste Praxis Benchmarks der neuen Vera Rubin Serverracks zeigen wohl eine Verzehnfachung (10x) im Vergleich zur letzten Blackwell Generation. Das wäre ein erheblicher Sprung und ein dirkter Angriff auf AMD, die zuletzt ihre Helios-Server an u.a. Microsoft Azure verkaufen konnten. Die Leistungssteigerungen scheinen also erstmal nicht aufzuhören, die Hyperscaler kaufen ja auch weiterhin jedes bisschen Kapazität auf und die Modelle nutzen diese Rechenpower für immer bessere Performance. Ein perfekter Kreislauf, solange das Geld nicht ausgeht. Alle paar Monate wird im AI Lager ja ein neues Buzzwort auserkoren, um den Hype anzufeuern. Los ging es damals mit Agenten. Dann kamen die Loops. Jetzt sind Loops auch schon wieder out und stattdessen Graphs das neue heiße Ding. 📫 Es gibt mittlerweile übrigens auch ein Archiv, um ältere Ausgaben nachzulesen. |